Grußworte des Bürgermeisters

Sehr geehrte Besucher dieser Homepage,

Nufringen schützt als Zufluchtsort selbstverständlich Flüchtlinge vor Gefahr und Verfolgung.

Immer mehr Staaten zerfallen und es toben grausame Bürgerkriege. Die Menschen sehen nach erschütternden Erlebnissen kein Überleben mehr in der eigenen Heimat und flüchten in ihrer großen Not zu uns, wo die Würde jedes Menschen nach unserem Grundgesetz unantastbar ist, jeder Mensch das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit hat und vor dem Gesetz alle Menschen gleich sind.

Sie geben in ihrer Heimat alles auf, fliehen tausende Kilometer vor Krieg, Zerstörung, Tod und wirtschaftlicher Not. Verzweifelte Väter und Mütter sehen für sich und ihre Kinder keinen Ausweg mehr, laufen sogar durch Minenfelder oder überqueren in Schlauchbooten das Mittelmeer in Richtung Sicherheit. Jede Flucht hat andere Beweggründe und birgt ein bedrückendes Einzelschicksal.

Die erste schriftliche Erwähnung von Freistätten und Asylgesetzen finden sich schon in der Bibel. Im 2. Buch Moses 21,13 heißt es: „Wenn er ihm aber nicht aufgelauert hat, sondern Gott es durch seine Hand geschehen ließ, werde ich dir einen Ort festsetzen, an den er fliehen kann.“

Als Bürgermeister setze ich mich für das Netzwerk Asyl Nufringen ein, das die geflüchteten Familien und Kinder gemeinsam mit den Schulen, Kirchen, Vereinen, der Nachbarschaft und der Gemeindeverwaltung empfängt und dafür sorgt, dass sie bei uns menschenwürdig aufgenommen, in die Gemeinschaft eingebunden und nicht an deren Rand abgewiesen werden. Neben materieller wird seelsorgliche Unterstützung geleistet, sowie für soziale, psychologische und ärztliche Betreuung gesorgt.

Ich unterstütze die Arbeit des Integrationsmanagers, der Sozialbetreuer, Ehrenamtlichen, Kirchen und Arbeitskreise, die über umfangreiche Erfahrungen im Bereich der Eingliederungsarbeit verfügen, sich dieser Verantwortung bewusst sind und sich mit einem hohen Maß an Sozialkompetenz für die Hilfesuchenden engagieren. Die Ehrenamtlichen übernehmen freiwillig Verantwortung für andere, verteidigen Menschenwürde, Weltoffenheit und Toleranz gegen Anfechtungen – über viele Jahre hinweg, neben Beruf und Familie. Die Aktivitäten und Maßnahmen sollen auf möglichst viele Schultern verteilt werden.

Ich freue mich daher über jeden neuen Helfer, der diese Arbeit unterstützen möchte. Sie leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag für das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kultur und Religion. Die Schwerpunkte der Integrationsarbeit liegen in den Bereichen Sprache, Bildung, kulturellem und religiösen Verständnis, Vermittlung gesellschaftlicher Gepflogenheiten, Wohnraumversorgung, Integration in den Arbeitsmarkt und Einbindung in das Vereinsleben. Wir brauchen Ihre Hilfe.

Wir dürfen uns gerne bewusst machen, dass inmitten der Region Stuttgart, mit der Landeshauptstadt selbst und den Landkreisen Böblingen, Esslingen, Göppingen, Ludwigsburg und Rems-Murr, wo 2,7 Millionen Menschen aus bereits mehr als 170 Ländern in 179 Städten und Gemeinden leben und arbeiten, die Integration von Menschen anderer Nationen bereits seit langen Jahren gelebt wird.

Wenn wir auf die Menschen zugehen, wird die Integration der Flüchtlinge nicht nur gelingen, sondern uns auch viel zurückgeben und uns aufzeigen, dass wir es mehr schätzen sollten, dass wir in einem freien, friedlichen und wohlhabenden Rechtsstaat leben dürfen.

Die Bundesregierung geht davon aus, dass etwa die Hälfte der Menschen, die zu uns geflüchtet sind, auch dauerhaft bei uns bleiben wird. Demzufolge liegt im Bereich der Integration der Hauptteil der Aufgaben noch vor uns.

Nufringen ist Gott sei Dank auch eine soziale Gemeinde – mit vielen Facetten im Hinblick auf die notwendige Versorgung aller Einwohner. Wir halten zusammen – die wir schon lange da sind und die, die neu hinzukommen. Darin liegt unsere Stärke. Ich bin stolz auf unsere Gemeinde und ihre Bewohner, die sich gegenseitig helfen – von sozial Schwachen, Geringverdienern, Jugendlichen, Rentnern bis hin zu den Arbeitnehmern, mittelständischen Gewerbebetrieben und Industrieunternehmern.

Diese Homepage bietet einen sehr guten Überblick über die Arbeit vom Netzwerk Asyl Nufringen und ist gleichzeitig eine Informationsplattform, Unterstützung für unsere Ehrenamtlichen und Inspiration für neue Helfer. Ich wünsche mir, dass diese Internetseiten großes Interesse finden.

Ich danke allen Helfern, Frauen und Männern, Jung und Alt für ihre sehr wertvolle Hilfe. Mein Dank gilt auch allen Menschen, die diese Arbeit durch Geld-, Sach- oder Kleiderspenden unterstützen oder mit Worten und Taten für die Menschenwerte einstehen.

Ihr Bürgermeister
Ingolf Welte

Nufringen, 14.02.2018